26/10/2026
Die Küche ist bestellt. Für den Wohnbereich gibt es noch keinen Plan.
Genau an diesem Punkt werde ich häufiger in Projekte geholt.
Die Küche für den offenen Wohnbereich ist bereits geplant. Vielleicht in einem sehr warmen Sandbeige, kombiniert mit großflächigen Holzfronten. Hochwertig, schön und für sich betrachtet absolut stimmig.
Nur gibt es für den restlichen Raum noch gar kein Konzept.
Und plötzlich ist diese eine Entscheidung der Ausgangspunkt für alles,
was danach kommt.
Welche Holzarten funktionieren noch dazu?
Welche Bodenfarbe?
Wie viel Wärme verträgt der Raum, bevor alles Ton in Ton verschwimmt?
Wie schaffen wir Kontrast?
Welche Farben können später noch selbstverständlich ergänzt werden?
Mit jeder bereits festgelegten großen Fläche wird der Spielraum kleiner.
Das erlebe ich auch bei Böden, Wandfarben, Sofas oder Esstischen. Einzelne Entscheidungen sind häufig überhaupt nicht falsch. Sie wurden nur zu einem Zeitpunkt getroffen, an dem noch niemand wusste, welche Aufgabe sie im Ganzen einmal übernehmen sollen.
Und dann besteht ein Teil meiner Arbeit plötzlich darin, um eine Entscheidung herumzuplanen, die eigentlich Teil eines Gesamtkonzeptes hätte sein können.
Gerade bei offenen Wohnbereichen würde ich deshalb früher anfangen als beim Küchenstudio, Möbelhaus oder Farbfächer:
Welche Räume hängen gestalterisch zusammen?
Welche großen Flächen werden später den Ton angeben?
Welche Materialien sollen sich wiederholen?
Wo brauchen wir Ruhe, wo Kontrast?
Und welche Möglichkeiten möchten wir uns bewusst noch offenhalten?
Die teuerste Fehlentscheidung muss also gar kein Fehlkauf sein.
Manchmal ist es einfach eine Entscheidung, die zu früh getroffen wurde.
Ich bin Susanne – Ärztin, Interior Designerin und Wohnpsychologin. Ich begleite Menschen in Bau- und Umbauphasen dabei, ihre Bedürfnisse in konkrete Raumentscheidungen zu übersetzen – am liebsten, bevor die ersten großen davon bereits gefallen sind.
RAUMTHERAPIE
bewusst geplant.