Familienunternehmen seit 1962
Es könnte eine Geschichte sein, die jeder Handwerkschronik zur Ehre gereicht: Großvater, Vater, Söhne und die eigentlich in einem anderen Beruf tätige Gattin betreiben einen erfolgreichen Hafner- und Fliesenlegerbetrieb. Der Chef ist Landesinnungsmeister, Verbandsfunktionär und eine angesehene Persönlichkeit im Sport, in der Lokalpolitik und im karitativen Bereich. A
ber: Der Mann, um den es hier geht heißt Franz Kubena und seine Frau Maria. Denn wo die beiden sind, geht’s rund. Dabei fängt alles ganz ländlich-sittlich an. Lassee ist eine 2700-Seelen-Gemeinde im Marchfeld. In den bäuerlich geprägten Marktflecken wanderte in den fünfziger Jahren ein Fremdling ein. Franz Kubena Senior kam aus Hainburg und war Hafner und Fliesenleger. „Mir brauchen da kan Ofen und die Fliesen macht der Baumeister mit“, murrten die Leute und bereiteten dem Neuankömmling einen schwierigen Berufsstart. Der war aber aus hartem Holz geschnitzt - wie schon sein Vater, der ebenfalls Franz hieß (den selben Vornamen für vier Generationen gibt es sonst nur noch bei den Habsburgern) und sich als Fährmann der früheren Stopfenreuther Donaufähre schon einmal geweigert hatte, den damaligen Bundespräsidenten Theodor Körner über den Strom zu schippern, weil dessen Konvoi 15 Minuten nach Betriebsschluss ankam. Franz Senior (der Hafner) scherte sich nicht um das Gerede, sondern erwarb sich durch gediegene Handwerksarbeit mit seinem 1962 gegründeten Betrieb bald eine gute Reputation. 1967 erblickte der Franz das Licht der Welt und verbrachte seine Kindheit in der Obhut der Mutter Hermine. Sein Vater nahm den Kleinen aber schon als Zehnjähriger häufig zu den Baustellen mit und übertrug ihm kleine Arbeiten. Demzufolge stellte sich die Berufsfrage gar nicht erst. Es war klar: Franz III sollte auch Hafner werden. Nach der Schule begann eine Lehrzeit, an die sich der Franz Kubena heute mit leichtem Schaudern erinnert. „Ich hatte Angst vor unserem Altgesellen Hans. Der war ein Zweimetermann und hatte meinem Vater versprochen: Dein’m Buam bring ma ordentlich was bei“. Deshalb kündigte er dem Lehrling gelegentlich an, ihm das Kreuz mit einer Latte abzuschlagen. Zwei Jahre hatte Franz diesen Druck im elterlichen Betrieb zu ertragen, bevor er das dritte Lehrjahr bei einer Firma in Amstetten absolvierte, seine Lehrabschlussprüfung bestand und 1987 nach dem Bundesheer zum Vater zurückkam. Es folgte der Meisterkurs in den Jahren 87 und 88, die Meisterprüfung als Hafner 1989 und die zum Fliesenlegermeister ein Jahr danach. Franz II (der Vater) blieb allerdings weitere sieben Jahre der Chef und übergab den Betrieb am 1.1.1998 an seinen Sohn.