03/09/2026
Neun Jahre Florarium. 🌿
Oder: Wie aus zwei Menschen irgendwann ein kleiner Ort namens Zuhause wurde.
Am 1. September ist unser Florarium neun Jahre alt geworden.
Neun Jahre.
Und irgendwie fühlt sich diese Zahl viel zu klein an für all das Leben, das darin steckt.
Denn wenn wir heute zurückschauen, sehen wir nicht zuerst Blumen.
Wir sehen zwei Frauen.
Alma und Dany.
Wir sehen uns irgendwann am Anfang, mit Ideen im Kopf, wahrscheinlich viel zu wenig Vernunft und diesem wunderbaren Größenwahn, der einem sagt:
Wir machen das jetzt einfach.
Wir wussten damals nicht, was neun Jahre Florarium bedeuten würden.
Wir wussten nicht, wie viele Nächte wir irgendwann zwischen Blumen verbringen würden.
Wie oft wir müde sein würden.
Wie oft wir rechnen, zweifeln, schleppen, improvisieren, umplanen und trotzdem am nächsten Morgen wieder aufstehen würden.
Wir wussten nicht, wie viele Brautsträuße einmal durch unsere Hände gehen würden.
Wie viele Menschen mit klopfendem Herzen vor uns stehen würden, weil irgendwo ein anderer Mensch gerade „Ja“ sagen wird.
Wir wussten nicht, dass wir Blumen für die schönsten Tage eines Lebens machen würden.
Und Blumen für die schwersten.
Dass wir Hochzeiten begleiten würden, Geburten, Geburtstage, Abschiede.
Dass wir manchmal Menschen kennenlernen und nur wenige Minuten später ein kleines Stück ihrer Lebensgeschichte kennen würden.
Und dass manche davon bleiben würden.
Nicht als Kunden.
Als Menschen.
Wir wussten auch nicht, wie oft wir sagen würden:
„Das geht schon.“
😂
Ein Satz, den man bei uns vermutlich besser niemals hinterfragen sollte.
Denn „das geht schon“ kann im Florarium bedeuten, dass zwei Frauen beschließen, ein ganzes Beet auszugraben.
Oder 1.500 Pflanzen zu setzen.
Oder Natursteinwege neu zu denken.
Oder riesige Gefäße durch Wien zu bewegen.
Oder zwei Hochzeiten an einem einzigen Tag auszustatten und irgendwo zwischen Blumen, Werkzeug, Auto und Kaffee festzustellen:
Wir leben noch. Weiter.
😂🌿
Wir haben Gärten gebaut.
Terrassen verwandelt.
Alte Pflanzen gerettet.
Neue gepflanzt.
Wir haben Rosen ausgesucht, Hortensien geschleppt, Erde bewegt, Wände begrünt und aus kahlen Flecken kleine Welten gemacht.
Und wahrscheinlich haben wir mit Pflanzen öfter gesprochen, als gesellschaftlich noch als vollkommen normal durchgeht.
Aber das ist uns egal.
Denn wir glauben bis heute daran, dass eine Pflanze nicht einfach Dekoration ist.
Dass ein Garten nicht einfach Grundstück ist.
Und dass Blumen niemals „nur Blumen“ sind.
Sie begleiten uns Menschen genau dort, wo Worte manchmal nicht mehr reichen.
Vielleicht lieben wir sie deshalb so sehr.
Und dann waren da natürlich auch die anderen Tage.
Die Tage, über die man auf Instagram nicht so gerne schreibt.
Die Tage, an denen etwas nicht funktioniert.
An denen Rechnungen auf dem Tisch liegen.
An denen Menschen enttäuschen.
An denen man sich fragt, ob man noch Kraft hat.
An denen ein kleines Unternehmen plötzlich sehr groß auf den eigenen Schultern liegt.
Wir hatten solche Tage.
Mehr als einen.
Wir haben Fehler gemacht.
Wir haben gelernt.
Wir sind hingefallen.
Wir haben uns geärgert, geweint, gestritten, wieder vertragen und weitergemacht.
Manchmal elegant.
Manchmal weniger elegant.
Und manchmal vermutlich nur deshalb, weil eine von uns zur anderen gesagt hat:
„Komm. Wir machen weiter.“
Denn hinter dem Florarium steht kein Konzern.
Keine Marketingabteilung.
Keine riesige Mannschaft.
Da sind wir.
Dany und Alma.
Zwei Menschen.
Vier Hände.
Zwei Köpfe, die nicht immer dasselbe denken. 😂
Und zwei Herzen, die seit neun Jahren versuchen, aus einer Idee etwas Lebendiges zu machen.
Vielleicht ist genau das unser größter Stolz.
Nicht irgendein perfektes Projekt.
Nicht irgendeine Zahl.
Sondern dass wir uns nach neun Jahren noch immer über eine besondere Rose freuen können.
Dass wir vor einem alten Olivenbaum stehen können und ehrfürchtig werden.
Dass wir irgendwo in einem Garten plötzlich eine Idee sehen, wo vorher nur ein leerer Platz war.
Dass Alma etwas zeichnet und Dany irgendwann weiß:
Okay.
Jetzt wird es wieder groß.
😂
Und dass wir nach all diesen Jahren die Natur noch immer nicht als Material betrachten.
Sondern als etwas, mit dem wir arbeiten dürfen.
Das ist ein Unterschied.
Wir besitzen sie nicht.
Wir dürfen für einen kleinen Moment mit ihr gestalten.
Vielleicht hat uns das Florarium genau das beigebracht:
Dass nichts selbstverständlich ist.
Kein Sommer.
Keine Blüte.
Kein Mensch.
Kein gemeinsamer Morgen.
Kein Atemzug.
Alles hat seine Zeit.
Eine Blume öffnet sich.
Sie steht in voller Schönheit.
Und irgendwann lässt sie ihre Blütenblätter fallen.
Und gerade weil wir das wissen, ist sie wunderschön.
Vielleicht ist das mit dem Leben genauso.
Und vielleicht ist Floristik deshalb für uns nie einfach ein Beruf geworden.
Es ist unsere Art, das Leben zu feiern.
Auch wenn es manchmal weh tut.
Auch wenn es chaotisch ist.
Auch wenn wir müde sind.
Auch wenn draußen gerade Regen fällt und irgendwo eine Hochzeit auf uns wartet.
Whatever the weather.
Liebe bleibt.
🌿
Und wenn wir heute, neun Jahre später, unserem damaligen Ich etwas sagen könnten, würden wir wahrscheinlich nicht sagen:
„Es wird leicht.“
Denn das wäre gelogen.
Wir würden sagen:
Macht es.
Ihr werdet Menschen kennenlernen, die ihr niemals vergessen werdet.
Ihr werdet Orte verwandeln.
Ihr werdet Dinge schaffen, von denen ihr heute noch keine Ahnung habt.
Ihr werdet manchmal glauben, ihr könnt nicht mehr.
Und dann werdet ihr merken, dass irgendwo doch noch ein bisschen Kraft übrig ist.
Ihr werdet älter.
Mutiger.
Weicher an manchen Stellen.
Härter an anderen.
Und irgendwann werdet ihr zurückschauen und begreifen:
Aus eurem kleinen Florarium ist etwas geworden, das man nicht in Quadratmetern messen kann.
Es ist ein Stück von euch geworden.
Und deshalb möchten wir heute vor allem eines sagen:
Danke.
Danke an jeden Menschen, der irgendwann unsere Tür geöffnet hat.
Danke an alle, die uns ihre Hochzeit anvertraut haben.
Ihre Gärten.
Ihre Terrassen.
Ihre Häuser.
Ihre Abschiede.
Ihre Geschichten.
Danke an diejenigen, die schon ganz am Anfang da waren.
Und an diejenigen, die erst gestern zu uns gefunden haben.
Danke an alle, die verstanden haben, dass bei uns nicht einfach Blumen verkauft werden.
Hier wird gedacht.
Gezeichnet.
Gesucht.
Verworfen.
Neu begonnen.
Geflucht. 😂
Gelacht.
Und mit verdammt viel Herz gearbeitet.
Neun Jahre Florarium.
Wenn wir darüber nachdenken, ist vielleicht das Verrückteste daran:
Wir sind immer noch neugierig.
Wir haben noch Ideen.
Noch Träume.
Noch Pläne.
Viel zu viele sogar. 😂
Und irgendwo wartet bestimmt schon wieder ein leerer Garten, ein Brautstrauß, eine alte Mauer, eine besondere Pflanze oder irgendeine vollkommen verrückte Idee darauf, dass eine von uns sagt:
„Dany… ich hab da eine Idee.“
Und Dany weiß:
Jetzt ist es sowieso zu spät.
😂❤️🌿
Auf die ersten neun Jahre.
Auf alles, was wachsen durfte.
Auf alles, was wir loslassen mussten.
Auf die Menschen, die geblieben sind.
Auf die, die ein Stück mit uns gegangen sind.
Und auf all das, was noch vor uns liegt.
Denn solange wir staunen können,
solange unsere Hände Erde berühren wollen,
solange uns eine einzelne Blüte noch glücklich machen kann
und solange wir am Ende eines völlig verrückten Tages nebeneinander sitzen und wissen:
Wir zwei sind noch da.
…solange wird es auch ein Florarium geben.
Alles Gute zum 9. Geburtstag, du verrücktes, wunderschönes Stück unseres Lebens.
Wir haben dich erschaffen.
Aber irgendwie hast du über all die Jahre auch ein bisschen uns erschaffen.
🌿🤍
Von Herzen,
Eure Florarium Mädels
Dany & Alma