29/05/2026
Nicht zahlen ist kein Versehen. Es ist ein Geschäftsmodell.
97.50 CHF. So hoch war die ursprüngliche Rechnung.
Die meisten hätten gesagt:
"Lass gut sein, der Aufwand lohnt sich nicht."
Genau auf dieses Denken bauen solche Leute.
Was die Sache noch viel dreister macht:
Dieser "Kunde" hatte ein Problem mit einem Fenster. Wir haben ihm express geholfen, damit der Schaden rasch behoben werden konnte. So wie man das macht, wenn jemand Hilfe braucht.
Und genau dieser Kunde bezahlt anschliessend nicht einmal eine Rechnung über 97.50 CHF.
Das finden wir nicht nur enttäuschend, sondern eine verdammte Sauerei.
Also haben wir den Weg durchgezogen:
Mahnungen. Betreibung. Fortsetzungsbegehren. Konkursandrohung. Konkursbegehren.
Vorher habe ich den Betreibungsregisterauszug bestellt:
4 A4-Seiten voller Betreibungen. Rund 44'000 CHF offen.
Und jetzt wird es noch interessanter:
Es handelt sich nicht um irgendeine Privatperson, sondern um eine Immobilienfirma. Die Liegenschaft läuft ebenfalls auf diese Firma.
Da fragt man sich schon, wie es sein kann, dass Handwerker, Lieferanten und Dienstleister auf ihren Rechnungen sitzen bleiben, während sich die offenen Forderungen auf zehntausende Franken summieren.
Da wird schnell klar: Das ist kein Versehen. Das hat System.
Gestern habe ich das Konkursbegehren persönlich beim Bezirksgericht eingereicht. Die Dame am Empfang gratulierte mir sogar zu diesem Schritt.
Und genau das ist der Punkt:
Solange Handwerker und KMU bei kleinen Beträgen aufgeben, funktioniert dieses Spiel perfekt.
Wenn aber jeder seine Forderungen konsequent bis zum Schluss durchzieht, wird es plötzlich teuer.
Aus 97.50 CHF sind inzwischen rund 1'000 CHF geworden.
Wer Rechnungen erst bezahlt, wenn der Konkurs vor der Tür steht, hat nicht einfach vergessen zu zahlen.
Er rechnet damit, dass die meisten Gläubiger irgendwann aufgeben.
Wir gehören nicht dazu.
Manchmal geht es nicht ums Geld – sondern ums Prinzip. 💪