18/10/2025
Heute habe ich in Vietnam etwas erlebt, das mich als Unternehmer tief berührt hat.
Wir sind hier mit der Familie unterwegs – auf eigene Faust, ganz spontan. Ich bestelle uns ein Grab (das ist hier wie Uber). Und ehrlich: Ich hatte keine großen Erwartungen. Ein günstiger Fahrdienst in einem Land, das man oft nicht mit Unternehmertum verbindet.
Doch was dann kam, war eine Lektion fürs Leben.
Der Fahrer hatte ein altes Auto – aber was er daraus gemacht hat, war beeindruckend.
LED-Beleuchtung, sauberer Teppich, kleine Details, Pikachu-Gurtstraffer, alles liebevoll gestaltet. Nicht mein Stil – aber seine Handschrift. Sein Stolz. Seine Marke.
Er sprach kaum Englisch, nutzte aber sofort ein Übersetzungstool. Fragte, woher wir kommen, stellte um auf Deutsch, machte Smalltalk, lächelte, bot Lösungen an.
Wir sagten ihm, dass wir bald mit mehreren Personen unterwegs sind.
Er reagierte nicht mit „geht nicht“, sondern mit „kein Problem“.
Holte ein laminiertes Handout hervor – QR-Codes, WhatsApp, Instagram, alles professionell aufbereitet.
Dann organisierte er in Minuten einen Kollegen, koordinierte den Wechsel, verabschiedete sich herzlich und schrieb uns später noch:
„Danke für die schöne Fahrt. Ich freue mich, euch bald wieder zu sehen. Ich plane gern eine Tour für euch.“
Dieser Mensch hat mich begeistert.
Weil er gezeigt hat, was Unternehmertum wirklich ist:
Nicht ein Titel. Nicht ein Büro. Nicht ein LinkedIn-Profil.
Sondern Haltung. Initiative. Verantwortung.
Er war nicht „nur Fahrer“. Er war Gastgeber, Markenbotschafter und Unternehmer in einer Person.
Er wollte besser sein. Er wollte etwas schaffen.
Und das ist der Unterschied zwischen „Job machen“ und „etwas bewegen“.
Ich wünschte, jeder würde sein Handwerk, seinen Beruf, sein Leben so sehen.
Mit Stolz. Mit Leidenschaft. Mit dem Willen, mehr zu geben als erwartet.
Denn das ist Unternehmertum.
Nicht da, wo man es lernt.
Sondern da, wo man es lebt.