11/09/2026
Erfan Mirzaei war 21 Jahre alt. Am 6. September wurde er in Isfahan hingerichtet.
Der junge Rapper und Sänger war im Zusammenhang mit den Protesten im Januar festgenommen worden. Nach Informationen vom iranischen Exilmedium IranWire sollen Sicherheitskräfte auf seinem Handy Videos gefunden haben, die Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Mitgliedern der Basij-Miliz zeigten. Erfan wurde daraufhin wegen „Moharebeh” – „Feindschaft gegen Gott” – angeklagt und zum Tode verurteilt.
Während seiner Haft soll Erfan schwer geschlagen und gefoltert worden sein. Seine Familie wurde nach Angaben aus seinem Umfeld unter Druck gesetzt und davor gewarnt, öffentlich über seine Festnahme, das Verfahren oder sein Todesurteil zu sprechen. Andernfalls, so die Drohung, werde das Urteil umgehend vollstreckt.
Am 6. September wurde Erfan Mirzaei im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan hingerichtet – ohne vorherige Benachrichtigung seiner Familie. Als sein Leichnam übergeben wurde, sollen deutliche Spuren von Verletzungen und schweren Misshandlungen sichtbar gewesen sein.
Selbst nach seinem Tod setzte sich die Repression fort: Die Behörden untersagten eine Beisetzung in Isfahan. Erfan wurde am folgenden Tag in einem abgelegenen Dorf außerhalb der Stadt beerdigt – offenbar, um eine größere Trauerfeier und öffentliche Aufmerksamkeit zu verhindern.
Erfan Mirzaei ist einer von vielen jungen Menschen, die nach den Protesten im Januar festgenommen, zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.
Seit Beginn des Jahres 2026 wurden in Iran nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bereits mehr als 900 Menschen hingerichtet. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen, da viele Hinrichtungen nicht öffentlich bekannt gegeben werden.
Die internationale Gemeinschaft darf diese Hinrichtungswelle nicht hinnehmen. Sie muss den politischen Druck auf die Islamische Republik deutlich erhöhen und unmissverständlich einen sofortigen Stopp aller Hinrichtungen fordern. Todesurteile dürfen kein Instrument sein, um Protest, Widerstand und abweichende Stimmen zum Schweigen zu bringen.