10/04/2026
Vor Kurzem haben wir für die Edvard Munchs Gemälde „Selbstporträt (vor zweifarbigem Hintergrund)“ von 1904 neu gerahmt – mit einem Nachbau eines Plattenrahmens aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Der Rahmen ist aus Eiche gefertigt, mit nach innen schräg abfallendem Profil und brauner, holzsichtiger Oberfläche. Das Vorbild für diese Kopie befindet sich in unserer Sammlung historischer Rahmen.
Die Wahl dieses Rahmentypus basiert auf bei Munch belegten originalen Rahmen und seiner spezifischen Rahmungsweise. Der Künstler bevorzugte Rundstableisten oder einfache, flache Rahmen mit schlichter brauner, gräulicher oder weißer Fassung. Historische Fotografien von Ausstellungsansichten belegen Munchs Verwendung breiter und flacher Rahmenprofile auch für Porträt- und Personendarstellungen.
Der Plattenrahmen, der das imposante Selbstporträt nun umgibt, bildet zum Motiv ein ausgewogenes Gegengewicht. Mit den breiten Rahmenschenkeln greift er zum einen die flächige Formensprache des Gemäldes auf. Zum anderen unterstützt er, passend im Stil und aus der Entstehungszeit des Bildes – in diesem Fall die Kopie eines Rahmens aus der Zeit –, die Modernität der Malerei. Gemälde und Rahmen bilden somit eine stimmige Einheit.
Das Selbstporträt kann nun in einer Weise präsentiert werden, die der ursprünglichen Intention des Künstlers vermutlich sehr nahekommt. Bevor die Einheit von Bild und Rahmen in der Heidi Horten Collection zu sehen ist, wird das Werk als Leihgabe in der Hamburger Kunsthalle, in der Ausstellung „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ (27. März - 30. August 2026) gezeigt.
Welche Geschichten Munchs Selbstporträt erzählt, warum die Erforschung von Rahmen immer auch Provenienzforschung ist und wie wir bei Nachbauten vorgehen, können Sie in unserem Blog nachlesen: https://www.murrer-rahmen.de/de/blog/munchs-selbstportraet-vor-zweifarbigem-hintergrund-in-authentischer-rahmung-heidi-horten-collection.html
Edvard Munch, Selbstporträt (vor zweifarbigem Hintergrund), 1904, Heidi Horten Collection, Foto: Atelier Walde, Wien