03/09/2026
EINE KÜCHE, FÜR DEREN MONTAGE MAN EINEN KRAN BRAUCHT, IST VIELLEICHT KEINE KÜCHE MEHR.
Irgendwann hat mich eine ziemlich einfache Frage beschäftigt:
Warum muss eine Küche eigentlich aussehen wie eine Küche?
Schränke. Fronten. Arbeitsplatte. Griffe oder keine Griffe.
Alles kann wunderschön gemacht sein.
Aber warum akzeptieren wir eigentlich seit Jahrzehnten, dass eine Küche immer wieder aus denselben Grundelementen zusammengesetzt wird?
Mich hat das irgendwann nicht mehr interessiert.
Ich wollte eine Küche entwickeln, die zunächst einmal ein Objekt im Raum ist.
Eine Skulptur.
Massiv. Gefaltet. Architektonisch.
So entstand die W4.
Und dann kam der Moment, in dem aus der Idee plötzlich einige Tonnen Realität wurden.
Die W4 musste an ihren Platz.
Mit einem Kran.
Plötzlich schwebte die Betonskulptur über unseren Köpfen und sollte dort ankommen, wo vorher nur Zeichnungen, Berechnungen und eine ziemlich verrückte Idee gewesen waren.
Genau in solchen Momenten entscheidet sich für mich, ob Gestaltung nur auf dem Bildschirm funktioniert – oder auch in der Wirklichkeit.
Die W4 und ihr gesamtes Umfeld sind noch nicht vollständig fertig. Deshalb gibt es auch noch kein professionelles Fotoshooting.
Normalerweise würde man wahrscheinlich sagen:
Dann zeigen wir sie eben noch nicht.
Ich sehe das anders.
Denn gerade diese Bilder erzählen einen Teil der Geschichte, den die späteren Hochglanzfotos nicht mehr erzählen können.
Den Kran.
Die Baustelle.
Die Montage.
Die Menschen, die so etwas möglich machen.
Und schließlich den Moment, in dem aus einer Idee tatsächlich Architektur wird.
Nach mehr als 50 Jahren Gestaltung faszinieren mich genau diese Augenblicke noch immer.
Der Augenblick, in dem eine Idee plötzlich Gewicht bekommt.