21/12/2022
Noch ein paar Tage und es ist Weihnachten. Im Fernsehen kommen die Jahresrückblicke. Alte Herren mit lockigem Haar, verhübscht durch nichtmehrpromovierte jüngere schöne Männer – ja, es müssen nicht immer Italo-Blondinen sein – versuchen lustig zu sein. Versuchen, aber es bleibt halt beim Versuch. Wie bei Anne, die Will, aber auch nicht immer kann.
In der Stadt glüht der Wein und durch ihn so manches Bäckchen. Belegschaften feiern, aber nicht alle dürfen mit.
Gestern noch schneit es und ist bitterkalt, die Gasvorräte verringern sich. Heute schon taut es und schneeweiß werden an diesen Feiertagen nur viele Westen in Berlin und Brüssel sein – nicht aber die Landschaft.
Ein paar hundert Kilometer weiter östlich geschieht bislang Unvorstellbares, Mensch haben Todesangst und frieren – aber sie sind stark, weil sie an sich und ihr Land glauben und einen authentischen Präsidenten haben, der selbstbewusst den Unterschied zwischen verstaubter Vergangenheit im Nordosten und zeitgemäß unprätentiösem Führen (und Mitreißen) zeigt und lebt.
Einstweilen wundert man sich hier, warum unter rot-gelb-grünem Führungsversuch Kohle nun doch wieder salonfähig ist und atomstromlos die Wirtschaft geopfert wird, während der Rest der Welt über uns lacht. Dabei: es ist zum Weinen, nicht zum Lachen, aber bemerken muss man(cher) das erst noch. Trotzdem ist ja Zeit, um Kunst nach Hause zu bringen – auch wenn zu Hause Chaos herrscht, mindestens die Ordnung doch ein wenig fehlt.
Trotz all der Wirren und trotz all dem Unverständlichen: das Jahr war toll und wundervoll. Es wurde geplant und verworfen, diskutiert und optimiert. Mancherorts offen, konstruktiv und zielorientiert. Andernorts fixiert, unflexibel und unverständlich. Da wird das Wort „Barock“ dann in träumerischen Gedanken auf die erste Hälfte reduziert und man wünschte sich, man säße dort mit einem feinen Drink.
Am Wasser haben wir maritim-lichtdurchflutetes Neues schaffen dürfen, im Wasser haben wir auch geplant, nachdem die Wasserleitung meinte das tun zu müssen, was man selbst gelegentlich auch kurz davor ist zu tun: Platzen. Gelernt haben wir, dass der Alltag mit etwas Magenta noch lebenswerter wird und so sind wir gespannt, welche Farben uns das nächste Jahr bringen und letzteres verschönern wird.
Gesehen haben wir viel Kreatives und Zukunftsweisendes. Ergometer-„fahrende“ Kunden, die ganze Häuser zum Leuchten bringen. Wärme aus der Tiefe, die Häuser erwärmt oder Häuser kühlt. Aufzüge, die am Ende doch noch fahren? Geländer, die doch noch montiert werden. Glänzende Eingangsmatten, die auch eben liegen. Ladenbauer, die fertig werden. Irgendwann. Vielleicht. Gesehen haben wir schiefe Böden und schräge Wände. „Haben Sie das überhaupt schon mal gemacht? Nee, oder?“ gabs dieses Jahr bedauerlicherweise nicht. Obwohl wir immer die ganze Suppe getrunken haben.
Erlebt haben wir viele Gespräche. Intensiv, erheiternd, wiederholend, herausfordern, weiterbringend. Manchmal auch ernüchternd, zum Glück nur selten. Erlebt haben wir Vertrauen, Freundschaft und noch mehr.
Herzlichen Dank an alle, die dabei waren, die Verantwortung übernommen haben, die (mich) zum Lachen gebracht haben und die Zeit wie im Flug haben vergehen lassen. Und wem all die nicht beliebigen Buchstaben nicht gleich zugänglich sind, dem sei gesagt: ja, der Autor ist nüchtern. Und alles verstehen muss man nicht.
Nun denn: Frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins Neue Jahr zwonullzwodrei und lasst uns gemeinsam Großes schaffen! Wir sind bereit.
Euer JM(agic)M