15/05/2026
Der Druck muss vom Kessel
Die Liste der Belastungen ist lang und bekannt. Zu den ohnehin bestehenden Problemen wie hohe Steuern und Sozialabgaben sowie überbordende Dokumentationspflichten kommen durch geopolitische Spannungen zusätzlich gestiegene Materialpreise und gestörte Lieferketten.
„Der Druck ist massiv. Es besteht die Gefahr, dass ganze Geschäftsmodelle kippen und Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Handwerk hat bereits im vergangenen Jahr über 60.000 Arbeitsplätze verloren“, sagt Handwerkspräsident Jörg Dittrich im Interview mit Jochen Gaugele und Dominik Bath von FUNKE.
Von Seiten des Handwerks besteht die klare Erwartung an die Bundesregierung, konkrete Lösungsansätze vorzulegen und die wirtschaftliche Resilienz zu stärken. Dittrich fordert ein umfassendes Reformpaket in den Bereichen Sozialversicherung, Steuern und Arbeitsmarkt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wieder zu stärken. „Wir reden viel zu viel über Umverteilung. Doch Umverteilung schafft kein Wirtschaftswachstum.“ Höhere Steuern beseitigen keine Standortschwächen und führen nicht zu neuen Investitionen. Wachstum entstehe dort, „wo die Rahmenbedingungen insgesamt stimmen.“
Mit Blick auf den jüngsten Koalitionsausschuss sieht Dittrich einen ersten Schritt in die richtige Richtung. „Das ist allemal besser als hektische Schnellschüsse wie zuletzt die sogenannte Entlastungsprämie.“ Entscheidend sei nun jedoch, dass aus dem angekündigten Arbeitsprozess auch konkrete Reformentscheidungen folgen.
Komplettes Interview: https://www.zdh.de/presse/veroeffentlichungen/interviews-und-statements/dittrich-druck-auf-betriebe-und-beschaeftigte-ist-massiv/