29/04/2026
Neulich war ich dann bei einem Netzwerktreffen und habe aus Versehen einen Hack gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte:
Lasst euch einfach von einem Mann vorstellen, der euch gut kennt.
Nicht, weil wir Frauen das brauchen sollten. Wirklich nicht. Aber die Ergebnisse sind… bemerkenswert. 😃 Da kommen plötzlich Sätze raus, die ich selbst nie sagen würde, ohne direkt danach das Bedürfnis zu haben, den Rest des Abends unter dem nächsten Buffettisch verbringen zu wollen.
Wenn ich mich selbst vorstellen soll, wird nämlich aus mir gerne eine sehr kleine Zwergen-Version meiner selbst. Dann kommt sowas wie: „Ja, hallo, ich bin Fox, ich bin Porträtmalerin und mache auch Illustrationen und ja… also… genau. stotter stotter“ Sehr souverän. Sehr internationale Karriere. Man hört das Museum of Modern Art schon erwartungsvoll räuspern. Nicht.
Ich wurde also ungefähr so vorgestellt: „Das ist Fox. Die kreativste Person im Umkreis von 50 Kilometern. Ach was, in ganz Süddeutschland. Eigentlich in ganz Europa. Nein, wenn ich ehrlich bin: in der ganzen Galaxie.“
Und ich stand daneben und dachte: „Alter! Das hätte ich selbst niemals gesagt.“
Obwohl…
Also…
Ganz falsch ist es jetzt auch nicht. 🪐
Und genau da dachte ich mir: Warum klingt es aus dem Mund von jemand anderem plötzlich völlig normal, wenn wir groß beschrieben werden? Und aus dem eigenen Mund sofort wie Hochstapelei mit Nebelmaschine? Warum sage ich „ich mache ein bisschen was Kreatives“, wenn ich eigentlich sagen könnte:„Ich male Menschen so, dass sie sich wiedererkennen.“ ?
Warum nuscheln wir so gerne unsere Stärken weg, als wären sie Gerümpel im Hausflur?
Ich glaube, viele von uns haben dieses kleine innere Amt für Bescheidenheit.Da sitzt jemand mit Stempel und sagt: „Nee, so groß formulieren wir das jetzt mal lieber nicht. Was sollen denn die Leute denken?“
Die Leute denken aber sowieso irgendwas. Praktischerweise können sie dann auch gleich denken: Die Frau weiß, was sie kann. 🦊
Also ja, mein neuer Netzwerk-Hack lautet offiziell erstmal:
Immer einen Mann zum Vorstellen mitschleppen!!!!!
Kleiner Spaß. Halb.
Der eigentliche Punkt ist wahrscheinlich: Hört mal genau hin, wenn andere euch groß vorstellen. Nicht sofort abwehren. Nicht lachen und sagen „Ach Quatsch“. Nicht innerlich schon die nächste Zimmerpflanze zum Verstecken suchen.
Einfach kurz stehen lassen.
Vielleicht sogar glauben.
Und dann irgendwann selbst sagen. Nicht als Show. Nicht als künstliches Selbstbewusstseins-Theater. Sondern schlicht, weil es wahr ist.
Mit weniger Nuscheln. Mehr Brust raus
Und jetzt seid hier mal ganz unbescheiden in der Kommentarspalte und veratet mir:
Welche Lobeshymne über euch würdet ihr nie selbst aussprechen, obwohl sie eigentlich stimmt?