13/06/2026
Nach einer Rasenneuanlage entwickeln sich häufig neben den jungen Gräsern auch unerwünschte Unkräuter. Daher stellt sich oft die Frage, ob bereits auf frisch gesätem Rasen ein Unkrautvernichter eingesetzt werden darf.
Von einer Behandlung auf frisch gesätem Rasen ist abzuraten. Junge Rasengräser befinden sich im ersten Wachstumsjahr noch in der Entwicklungsphase und reagieren empfindlich auf Herbizide. Eine zu frühe Anwendung kann die Gräser schädigen, ihr Wachstum beeinträchtigen und sogar Lücken in der Grasnarbe verursachen.
Erst ab dem zweiten Jahr gilt ein Rasen in der Regel als ausreichend etabliert, um eine Behandlung mit einem geeigneten Unkrautvernichter zu vertragen.
Unkrautvernichter wirken als Blattherbizide. Die Wirkstoffe werden über die Blätter aufgenommen und anschließend systemisch in der Pflanze verteilt. Häufig eingesetzte Wirkstoffe wie MCPA, MCPP P, 2,4 D oder Dicamba gehören zu den synthetischen Auxinen und ähneln natürlichen Pflanzenwachstumshormonen.
Durch die Aufnahme wird der Hormonhaushalt der Unkräuter gestört, führen zu unkontrolliertem Wachstum und beeinträchtigen die Leitungsbahnen der Pflanzen. Dadurch wird der Transport von Wasser und Nährstoffen gestört, bis die Pflanze schließlich abstirbt.
Für eine gute Wirksamkeit sind warme Temperaturen und aktiv wachsende Unkräuter entscheidend. Erste Schäden werden oft nach wenigen Tagen sichtbar, bis zum vollständigen Absterben können jedoch zwei bis vier Wochen vergehen.
Bei neu angelegten Rasenflächen sollte der Fokus zunächst auf einer konsequenten Pflege und dem regelmäßigen Mähen nach der 1/3-Regel liegen. Dies fördert die Bestockung der Gräser und unterstützt den Aufbau einer dichten, belastbaren Grasnarbe. Gleichzeitig werden Unkräuter durch den regelmäßigen Entzug von Blattmasse geschwächt. Ein dichter und vitaler Rasen erhöht zudem den Konkurrenzdruck um Licht, Wasser und Nährstoffe, sodass sich viele Unkräuter langfristig nicht durchsetzen können und allmählich verdrängt werden.
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